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Humphrey Bogart - Eine Ikone des frühen Films

Obwohl bereits 1957 verstorben, war "Bogie" ein amerikanischer Schauspieler, der in schwarzweiß-Filmen - ja so sind wir groß geworden - auch noch die in den 1960er Geborenen begeisterte. Allen voran der Fimklassiker: "Casablanca". Verdammt cool!

Meist trug er einen Trenchcoat, gewöhnlich nicht zugeknöpft, zusammengehalten durch einen Gürtel. Der Hut, die Krempe heruntergebogen, saß selten schief. Die Zigarette (eine Chesterfiled) in der hohlen Hand haltend. Wenn er daran zog war dieses mit einem leichten Zusammenkneifen der Augen verbunden.

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Jeder der in den 1960er Geborenen kannte ihn noch, einer der Kultfiguren des amerikanischen Films in der Mitte des 20. Jahrhunderts - neben James Dean, Marlon Brando oder Marilyn Monroe. Einer, der bis ca. in die 1980er durch ein bereits Publikum verehrt wurde.

Der Inbegriff der Lässigkeit

Was immer der Job in seinen Filmen war, ob er sich als Reporter betätigte, als Saloon-Wirt, Gangster, Seemann, als Staatsanwalt oder Rechtsanwalt, immer erledigte er alles tadellos und in einer Coolness, die ihn so berühmt gemacht hat: Der totale Profi. Diese schon bei ihm vorhandene, ureigene Lässigkeit wurde natürlich noch durch seine Rollen unterstützt.

Der einzige Amerikaner weit und breit

Ob in Siroco oder Casablanca, auf Martinique oder in der Sahara, stets war er der einzige Amerikaner weit und breit (ausgenommen vielleicht die Frau im Film). Niemand wusste, wie er dahingekommen war. Er erledigte immer alles im Alleingang. Ansonsten war das höchstens der Trunkenbold oder der Klavierspieler, der glaubte, sich um "Bogie" kümmern zu müssen. Doch er brauchte niemanden, auch wenn er in der Klemme steckte. Bogie konnte und schaffte alles: Er konnte Lkws reparieren oder einem Typen eine Kugel aus dem Arm schneiden.

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Wechselbeziehung zwischen Rolle und Persönlichkeit

Der geneigte Zuschauer fragt sich regelmäßig, ob der Charakter eines  Schauspielers wohl dem der Rolle entspricht oder ihm nah kommt. Das ist meist nicht der Fall. Bei Humphrey Bogart war das anders.

Bei ihm spielte sich eine Art Wechselbeziehung zwischen seinen Rollen und ihm selbst ab. Seine Privatleben war eine einzige und riesige Rolle, seine Rollen spiegelten seinen wahren Charkater wider. Das Geheimnis des Humphrey Bogart-Kultes lag darin, dass hier die Zeit rund um die Mitte des 20. Jahrhunderts einen überlebensgroßen Kinohelden gefunden hat, dem die Erfahrungen und Sympathien dieser und Folgegenerationen näher liegt als die strahlenden Sieger des alten und neuen Film-Abenteuers: Der Verlierer als Held, "Bogie" im zerknittertetn Trenchcoart, ein Mann den man verletzen, aber nicht vernichten kann.

Je älter desto besser

Humphrey Bogart begann seine Filmkarriere 1930 und schleppte sich zehn Jahre mit vielen schlechten Rollen und manchmal durchaus lächerlichen Filmen hin. Erst 1940, "ein Alter, in dem man für sein Gesicht verantwortlich zu werden begann", bekam er das zerfurchte "Bogie-Gesicht" mit dem fatalistischen Blick. Je mehr dieses Gesicht und dieser Blick seine Filme beherrschte, wurden diese Welterfolge und er selbst einer der Größten von Hollywood.

"Ich schau Dir in die Augen, Kleines."

Heute sind seine Filme aus der Kino- und Fernsehwelt fast vollständig verschwunden. Damals waren seine Filme, als sie noch regelmäßig im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gesendet wurden, nach wie vor sehr beliebt und gern gesehen: "Der Malteser Falke", "Haben ud Nichthaben", "Tote schlafen fest", "Der Schatz der Sierra Madre", "Wir sind keine Engel" und "African Queen", um nur einige zu nennen.

Die Worte "Ich schau Dir in die Augen, Kleines! " oder "Spiel's noch einmal, Sam" oder der legendäre Film-Song "You must rember this, a kiss ist just a kiss, a sigh is just a sigh, the fundamental things apply, as time goes by" erinnern an den größten Erfolg Humphrey Bogarts: "Casablanca" (von 1942). Wie auch alle anderen der aufgeführten Bogart-Filme, ist "Casablanca" ein Klassiker des amerikanischen Films geworden, nicht denkbar ohne das "Bogie-Gesicht", den Bogie-Blick", die "Bogie-Haltung" und den "Bogie-Sarkasmus".

In Memoriam Humphrey Bogart

Der bekannte Regiesseur John Huston sagte zum Tod des am 14. Januar 1957 an Speiseröhrenkrebs verstorbenen Humphrey Bogarts: "Wir haben kein Grund, Bedauern für ihn zu empfinden. Wir müssen Bedauern für uns selbst empfinden, weil wir ihn verloren haben. Er ist ganz und gar unersetzlich. Es wird nie wieder jemanden wie ihn geben."

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Veröffentlicht am 27. Februar 2022 von geb.1960-69.de

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