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80er, 80 km/h, 80 ccm - Heiße Krafträder für coole Jungs und Mädels

Mitte der Sechzigerjahre geboren, in den goldenen Siebzigern das Fahrradfahren gelernt und um 1980 herum motorisiert unterwegs…

Das waren die ersten mobilen Jahrzehnte des Verfassers dieser Zeilen. Ich gehörte aber nicht zu denen, die zu Beginn der Achtzigerjahre Leichtkraftrad fuhren. Vom Sattel des gebrauchten Hollandrades meiner Eltern und des später erworbenen Motobecane-Mofas blickte ich oft hinüber – zu den Treffs der coolen 80er Fahrer. Deren Gefährte sahen nicht nur aus wie richtige Motorräder, sondern beeindruckten oft auch mit Tanks und Technik der großen 125 oder 250 ccm-Geschwister.

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Die neue Fahrzeugklasse hatte Zweitaktmotoren mit einem Hubraum von 80 Kubikzentimetern

Die 80er-Zweiräder waren in Deutschland auf eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde gedrosselt. Damit unterschieden sich von den Kleinkrafträdern mit 50 Kubikzentimetern Hubraum, die diese Höchstgeschwindigkeit überschreiten durften. Die entsprechend hohen Unfallzahlen waren auch ein Grund, warum der Übergang von 50er-Kleinkrafträdern zu 80ern angestrebt wurde.

Ab dem 16. Lebensjahr durfte man oder frau 80er fahren

Voraussetzung war der nicht ganz billige Führerschein Klasse 1b. Bei der Zweiradausbildung wurde natürlich auch auf Sicherheit geachtet. Aber trotz der Beschränkung auf 80 Stundenkilometer passierten leider auch mit dieser neuen Klasse der Leichtkrafträdern viele schwere Unfälle. Die Versicherungsprämien für Leichtkrafträder stiegen. Manche jugendlichen Fahrer von 16 oder 17 Jahren überschätzten die Beschleunigung oder die Geschwindigkeit, obwohl die Maschinen auf eine Motorleistung von 6 bis 9 PS gedrosselt waren. Aber mit einer 80er waren sie mehr als dreimal schneller unterwegs als mit dem 25 km/h-Mofa – und etwa doppelt so schnell wie mit einem Mokick.


Zu den hohen Unfallzahlen kamen die hohen Anschaffungspreise

Ein neuer „Reiskocher“ wie die Honda MT-8 schlug bereits mit umgerechnet rund 1.200 Euro zu Buche. 80er der deutschen Hersteller Zündapp, Hercules oder Kreidler, italienische „80er Roller“ sowie die Leichtkrafträder von KTM oder Puch aus Österreich kosteten oft sogar das eineinhalbfache oder doppelte. Keine Zweiradgattung starb so schnell aus wie die 80er in den Achtzigern. In den 1990er Jahren waren sie bereits Geschichte. Die Erinnerung an die knatternden Einstiegsmotorräder ist noch heute lebendig – in der Motorliteratur, auf Liebhaber-Webseiten, bei Treffen und natürlich mit liebevoll erhaltenen Originalmaschinen. Einige 80er sind aktuell (als Motorrad mit günstigerer Versicherung) auf der Straße unterwegs.

Veröffentlicht am 24. Juni 2020 von geb.1960-69.

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