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Boccia, Krocket, Ringe werfen, Kubb und Kibbel-Kabbel - Gartenspiele-Klassiker

Bunte Kugeln oder Ringe, viel Holz und gespielt wird meist auf Rasen: Gartenspiel-Klassiker der 70er und 80er

"Wir hatten ja nichts", das kam man von uns 1960-69 Geborenen nicht behaupten. Das galt auch für das Spielen draußen im Garten, im Schrebergarten, auf dem Campingplatz, in Wald oder Park: Unsere Eltern hatten sich vielleicht in ihrer Kindheit noch mit selbstgebasteltem "Kibbel-Kabbel" begnügt (dazu später mehr). Oder einem Lederball, der bei Regen die Schwere einer Eisenkugel annahm, wenn er nicht sorgfältig eingefettet wurde...

In unserer Kindheit hingegen hatte schon der bunte Überfluss Einzug gehalten

Wir kickten mit wetterfesten Bällen, spielten mit Krocket-Schlägern aus lackiertem Holz und wetteiferten draußen mit jeder Menge Plastikspielzeug. Wir schleuderten mit mehr oder weniger Spin kunterbunte Ringe auf das Ringwurfspiel oder schlugen die Krocketkugel mit dem Schläger durch die liebevoll aufgebauten Draht-Törchen. Wurde die Zielstange dauerhaft verfehlt, ging auch beim Krocketspielen schon mal vor Wut der ein oder andere Schläger zu Bruch. Vermutlich inspiriert von Tennis-As McEnroe, der damals gerne mal sein Racket zerstörte, indem er es auf den Boden schlug...

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Natürlich war auf dem grünen Rasen auch das uralte Evergreen Boccia dabei

Jeder erinnert sich an die Schwere der farbigen Plastikkugeln (ein echtes Pétanque-Spiel mit Metallkugeln hatten nur die Großen). Boccia-Spiele sind herrlich innovationsfrei, wer heute eines für Kids oder Enkel kauft, erkennt kaum Unterschiede zu den Boccia Sets von damals. Fußbälle gab es natürlich immer. Ihr Design passte sich der jeweiligen Mode, dem Lieblingsverein oder der aktuellen WM an. In den 1980ern kamen zudem die Frisbee Scheiben schwer in Mode; in den 90er Jahren dann Kubb, das Wikingerschachspiel. Wer gerne mit Holz werkelt, baut sich sein Wikingerschach sogar selbst.

Kreative Eltern oder Kids schufen eigene Spiele, die noch heute Chancen auf einen Spaß- und Nachhaltigkeitspreis haben

Zum Beispiel hat unsere Familie vor dem Kindergeburtstag kiloweise Dosenpfirsich gegessen, damit es beim Do it yourself-Dosenwerfen so richtig schepperte. Kerzengerade gewachsene Haselnuss-Stämmchen wurden zum Riesen-Mikado; Weidenruten zum selbstgebastelten Flitzebogen. Nicht, ohne mit dem Taschenmesser ringweise Rinde abzuschneiden, um den Holz eine Mikado-Wertigkeit oder ein indianisches Aussehen zu geben... Ebenfalls immer wieder kreativ: Das Mixen verschiedener Spiele. Zum Beispiel zum Fußball-Boccia, wie es auch die Gladbacher "Fohlen" praktizieren:


Und was hat es mit Kibbel-Kabbel auf sich?

Das hat uns mit Spielzeug vollversorgten Wohlstands-Kids schon damals "retro-mäßig" fasziniert, als der Vater von Freunden es erklärte: Denn Kibbel- und Kabbel-Spielgeräte konnten wir uns mit dem Taschenmesser selbst bauen und auf einer großen Wiese oder im Wald spielen. Von einem ca. 10-15 Zentimeter langen, 3-4 cm dicken Ast wurden die Ende leicht angespitzt. Diesen "Kibbel" legt der Spieler auf hartem Boden ab. Mit einem langen Stock, dem "Kabbel", musste der Kibbel-Kabbel-Spieler nun auf die Spitze hauen. Gelang das, wirbelte der kleine Kibbelstock rund einen Meter senkrecht in die Höhe. Nun musste der Spieler mit dem Kabbelstock schnell ausholen und schlagen, um den Kibbel zu treffen und möglichst weit wegzubefördern. Das gelang oft erst nach einigen Versuchen. Aber die Umstehenden gingen bei jedem Kibbel-Kabbel-Spielversuch in Deckung. Denn wenn der Spieler traf, dann konnte der Kibbel überall hinjagen...

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Kibbel-Kabbel ist ein bisschen eine Turnvater Jahn-Variante des Crickets oder Baseballs

Nach den Regeln sollte ein anderer Spieler das schwirrende Holz eigentlich fangen, um Punkte zu erhalten. Das war uns aber trotz jugendlichen Leichtsinns zu gefährlich. Denn das Kibbel-Holz ins Gesicht oder in die Augen zu bekommen, hätte ungesund werden können. Und Helme mit Visier oder ähnliches gab es nicht. Ob wir hingegen, wie beim Baseball, auch gelaufen sind, oder ob bei unserer Variante gleich gewonnen hatte, wer das Hölzchen am weitesten wegschlug? Das erinnere ich nicht mehr. Aber cooler als Boccia war's auf alle Fälle!

Was war das Lieblings-Gartenspiel in Eurer Kindheit?

Veröffentlicht am 30. September 2021 von geb.1960-69.de

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