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Longplayer - Songs über rund eine halbe Stunde

Heutzutage würde man sie die Speichermedien für Musik nennen, aber in den siebziger/achtziger Jahren des vergangenen Jahrtausends nannte man sie kurz und bündig LP und CD.

Die Laufzeit einer LP-Seite beträgt lediglich etwa 25 Minuten. Dann muss man sie umdrehen, also den Musikfluss und Hörgenuss unterbrechen. Zwar gibt es dafür nach Wissen des Autors keine verbürgten Belege – aber es ist durchaus nachvollziehbar, warum legendäre Werke wie Echoes von Pink Floyd, Tubular Bells von Mike Oldfield oder Magnetic Fields Part 1 von Jean Michel Jarre „nur“ eine LP-Seite füllten.

Heutzutage fast undenkbar – 20-minütiger Musikgenuss ohne Unterbrechung

Wer in den 70er und 80er, wie der Autor, einen so langen Hörgenuss unterbrechen musste, um die Platte umzudrehen, kann es nachvollziehen: Als die CD kam, hofften viele auf noch längere, ununterbrochene Titel im Stil klassischer Musik.

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Darüber hinaus war die CD kleiner, robuster und somit besser zu handhaben

Gerade zu Beginn der Compact Disc-Ära waren die Kritiker und Vinylfans, die mangelnde Originaltreue bei der digitalen CD-Wiedergabe anmahnten, in der Minderheit. Die Rückkehr des Vinyls kam erst Jahre später. Besonders wichtig bei der Einführung der CDs war für viele Musikfans, dass eine Compact Disc bis zu 74 Minuten Spielzeit hatte. Der ungestörte Musikgenuss wurde im Vergleich zur LP also mehr als verdoppelt.

Warum eigentlich 74 Minuten?

Dazu gibt es eine recht belegte moderne Legende. Der damalige Boss von Sony, das in Zusammenarbeit mit Phillips federführend bei der CD-Einführung war, wollte zu Beginn der achtziger Jahre, dass sein Lieblingsmusikstück auf eine CD passen sollte. Dies war die neunte Symphonie von Beethoven. Die angeblich längste eingespielte Version stammt aus dem Jahre 1951 und hatte 74 Minuten. Ein Pionier der elektronischen Musik, Jean-Michel Jarre, kam da zwar nicht ganz heran, aber mehr als eine Dreiviertelstunde schaffte er auch "am (Musik-)Stück":


Das kam der klassischen Musik zugute, hatte aber kaum Einfluss auf die damalige Pop- und Rockwelt

Künstler, die zur Zeit der LP noch lange Musikstücke aufnahmen und nun zu Zeiten der CD alle Möglichkeiten gehabt hätten, verkürzten Ihre Musikstücke. Eine der sehr wenigen Ausnahmen lieferte Jean Michel Jarre, der 1990 mit dem Titel Waiting for Cousteau über 46 Minuten der gleichnamigen CD besetzte. Die „üblichen Verdächtigen“ für superlange Songs wie Pink Floyd, Kraftwerk oder Mike Oldfield kamen seit Mitte der achtziger Jahre nur noch sehr selten über 10 Minuten hinaus.

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Aus einer Handvoll Songs einen machen – Marillion

Auf dem 1985 erschienenen Album Misplaced Childhood gehen die ersten fünf Musikstücke (der damals auch erhältlichen LP auf Seite 1) ohne Unterbrechung ineinander über. So entstand der Eindruck eines einzelnen Songs. Dennoch schien sich das Konzept der langen Musikstücke mit Einführung der CD überlebt zu haben.

Heute ist ein musikalisches Langwerk auf andere Weise zu finden

Beispielsweise erschien 2016 das Album Cleopatra von den Lumineers. Zwar sind die einzelnen Titel auf dem Album separiert. Aber unter dem Titel The Ballad of Cleopatra wurde ein Video von über 24 Minuten produziert, in dem einige Titel des Albums zur Videogeschichte einer Frau zusammengefasst werden. Das lässt auf weitere Longplayer hoffen. Technisch gibt es in Bezug auf den „Tonträger“ in Zeiten von Download oder Streaming ja keine Limits mehr.

Veröffentlicht am 23. März 2021 von geb.1960-69.de - Autor: Overdose

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